21.07.2017

Münchner Modell als Idee für den Wohnungsbau im Berchtesgadener Land?

Bild: München Rathaus Rieke
Heimische SPD-Vertreter informierten sich bei Stadtratsfraktion über sozialgerechte Bodennutzung
Gemeinsam im Austausch zwischen Stadt und Land neue Wege für guten und bezahlbaren Wohnraum finden: mit diesem Ziel besuchten vor kurzem Vertreter der SPD Berchtesgadener Land die sozialdemokratische Stadtratsfraktion im Münchner Rathaus. Vor allem der „Münchner Weg“ der sozialgerechten Bodennutzung stößt auch in ländlichen Regionen auf großes Interesse und wurde intensiv besprochen.

Begrüßt wurden die heimischen SPDler im Rathaus von der Sprecherin der SPD im Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung Heide Rieke, die auch Mitglied in den Ausschüssen für Kommunales und Umwelt der Landeshauptstadt ist. Sie stellte zunächst das Programm „Wohnen für Alle“ vor, dass im März 2016 vom Stadtrat beschlossen wurde und mit dem in einem Zeitraum von vier Jahren 3.000 neue Wohneinheiten für Menschen mit geringem Einkommen entstehen sollen. Als erster Teil des Programms wurde das von den Besuchern aus dem Berchtesgadener Land besichtigte Wohnprojekt am Dantebad fertiggestellt. „Dieses Programm läuft zusätzlich zu den ohnehin hohen Investitionen der Landeshauptstadt und ihrer Wohnungsgesellschaft GEWOFAG“, erklärte die Stadträtin.

Der Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion Bad Reichenhall Dr. Wolf Guglhör erkundigte sich nach dem Konzept der „sozialgerechten Bodennutzung“, dass in München bereits seit 1994 umgesetzt wird. „Im Grunde geht es darum, die von der Planung eines neuen Baugebiets begünstigten Grundeigentümer an den Kosten für die soziale Infrastruktur zu beteiligen und einen angemessenen Anteil von geförderten Wohnungen für Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen sicherzustellen“, führte Heide Rieke aus. Dabei bliebe aber garantiert ein Drittel des Wertzuwachses bei dem Begünstigten der Planung. Auf diesem Weg seien bis Ende 2016 über 50.000 Wohnungen entstanden, davon knapp 14.000 im geförderten Wohnungsbau. Zusätzlich wurden Grundflächen, Kinderkrippen, Horte und Kindergärten sowie Schulen auf diesem Weg finanziert. Ganz wichtig sie bei dem Konzept auch, keine zukünftigen Problemviertel zu schaffen, sondern für eine gesunde Mischung zu sorgen.

Die sozial gebundenen Grundstücke werden an Bauträger in einem Auswahlverfahren zu einem günstigen, lagenunabhängigen Preis vergeben; die Anfangsmiete liegt dann bei für Münchner Verhältnisse sehr günstigen 7,50 bis 11 € Netto-Kaltmiete pro Quadratmeter. In den ersten fünf Jahren sind keine Mieterhöhungen zulässig. Voraussetzungen für die Vergabe der Wohnung ist die Erfüllung bestimmter Einkommensgrenzen, die beispielsweise für eine dreiköpfige Familie bei brutto 70.000 € im Jahr liegen.

Der SPD-Kreisvorsitzende und Kreisrat Roman Niederberger fragte wegen der Rolle der Genossenschaften in der Münchner Strategie an. Einerseits werden diese im Rahmen des ´Münchner Modells´ eingebunden, erläuterte die SPD-Stadträtin: „Wir versuchen, bei allen Bauprojekten zwischen 20 und 40 Prozent an Baugemeinschaften und Genossenschaften zu vergeben“. Zum anderen werden neue Genossenschaften, von denen sich seit 2015 in München fünf gegründet haben, durch die Mitbauzentrale der Stadt beraten und unterstützt.

Zum Abschluss des Gesprächs bedankten sich die Kommunalpolitiker aus dem Berchtesgadener Land für die vielfältigen Anregungen, die sie in den nächsten Wochen in den Fraktionen und Vorständen der Gemeinden diskutieren wollen. Einig zeigten sich mit ihrer Münchner Kollegin darüber, dass bei der Bewältigung der Nachfrage aus dem Wohnungsmarkt auch ein entschlossener Ausbau der Infrastruktur eine wichtige Rolle spielt. Schnelle Verbindungen im öffentlichen Verkehr würden die großen Städte entlasten und für Pendler und Großstadtbewohner eine bessere Lebensqualität schaffen.

Für alle, die sich genauer informieren wollen, stehen unter den angegebenen Link noch ausführliche Erläuterungen zur Verfügung.

Foto: SPD-Kommunalpolitiker aus Stadt und Land im Gespräch im Münchner Rathaus (von links nach rechts):
Dr. Wolf Guglhör (Sprecher SPD-Stadtratsfraktion Bad Reichenhall), Heide Rieke (SPD-Stadträtin Landeshauptstadt München), Roman Niederberger (SPD-Kreisvorsitzender BGL, Kreisrat), Elli Reischl (SPD Bad Reichenhall)


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